Cochlea Implantate

Cochlea Implantate sind spezielle Prothesen für Menschen mit Hörverlust. Voraussetzung dafür ist jedoch ein funktionierender Hörnerv. Sie werden in die Hörschnecke (Cochlea) eingesetzt, wenn herkömmliche Hörgeräte, die lediglich den Schall verstärken, nicht mehr genügen, weil die Haarzellen zerstört sind. Eine inzwischen überholte Auffassung ging vom Einsatz der Cochlea Implantate nur bei vollständig ertaubten Menschen aus, inzwischen werden sie auch bei minderschweren Hörstörungen eingesetzt.

Entscheidung über ein Cochlea Implantat

Tests von Hörstörungen und ihrer Linderung durch Hörgeräte haben ergeben, dass Cochlea Implantate das Sprachverständnis signifikant verbessern, auch bei Hörstörungen, gegen die ein konventionelles, schallverstärkendes Hörgerät nicht so wirksam ist. Wenn hörgeschädigte Personen einsilbige Worte (als Testgrundlage) mit sehr guten schallverstärkenden Hörgeräten nur noch zu 30 Prozent verstehen, dann erhöhte sich dieser Anteil mit Cochlea Implantaten signifikant bei 75 Prozent aller Testpersonen.

Moderne Empfehlungen lauten daher, über ein Cochlea Implantat nachzudenken, wenn weniger als 40 Prozent aller einsilbigen Worte verstanden werden. Das Cochlea Implantat (CI-Implantat) ist um so wirksamer, je eher es eingesetzt wird, aber auch je motivierter der Patient ist und wie seine Hörnerven insgesamt noch beschaffen sind. Vor allem Menschen, die im Verlaufe ihres Lebens ertauben, erhalten durch ein CI-Implantat eine wertvolle Hilfe, während von Geburt oder Kleinstkindalter an Taube das Lautverstehen in der Regel kaum noch lernen. Bei Kleinstkindern können Silbentests noch nicht durchgeführt werden, daher werden Dezibel- und Frequenz-Schwellen als Indikation für ein Cochlea Implantat genutzt. Die Hörschwelle liegt bei 90 dB (HL) und 1.000 Hz.

Funktionsweise von Cochlea Implantaten

Bei einem CI-System werden ein Mikrofon mit Batterie und Spule sowie ein Sprachprozessor hinter dem Ohr angebracht, wo die magnetisierte Spule den Hörnerv anregt und gleichzeitig die über das Mikrofon aufgenommenen Informationen an das Implantat sendet, das sich aus Empfangsspule, Stimulator, Magnet und Elektrodenträger zusammensetzt.

Die in die Cochlea implantieren Elektroden stimulieren das Hörsystem, wie es sonst die Schallwellen getan hätten. Die Informationen werden mit verschiedenen Strategien codiert, entweder werden die Nerven parallel durch mehrere Elektroden oder nacheinander (sequenziell) stimuliert. Das Ergebnis ist bei allen eingesetzten Techniken ähnlich gut.

Die Implantation wird unter Vollnarkose vorgenommen, das Implantat wird in eine Vertiefung des Schädelknochens eingesetzt. Schon während der OP erfolgt ein Test, mit dem die Reaktion des Hörnervs auf die Stimulation ermittelt werden kann. Dadurch sind mehrmalige Operationen überflüssig geworden.

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