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Gebrauchte E-Fahrzeuge: Vertrauen und Restwertsteuerung werden zu strategischen Erfolgsfaktoren

VMF diskutiert im Shell Technology Centre Hamburg die nächste Reifestufe der Elektromobilität / Deloitte-Studie zeigt wachsenden Handlungsdruck im Gebraucht-Markt /

Gebrauchte E-Fahrzeuge: Vertrauen und Restwertsteuerung werden zu strategischen Erfolgsfaktoren

Das 19. VMF-Branchenforum fand dieses Jahr im Shell Technology Centre in Hamburg statt.

Hamburg, April 2026 – Der Verband markenunabhängiger Mobilitäts- und Fuhrparkmanagementgesellschaften e. V. (VMF) hat beim 19. VMF Branchenforum in Hamburg ein zentrales Zukunftsthema der Branche in den Mittelpunkt gestellt: die wirtschaftlich erfolgreiche Vermarktung gebrauchter batterieelektrischer Fahrzeuge.

In Hamburg diskutierten Experten aus Markt, Technologie und Praxis über die Frage, wie sich gebrauchte Elektrofahrzeuge künftig marktgerecht bewerten, vermarkten und in Flotten wirtschaftlich steuern lassen. Die Themen reichten von der Marktentwicklung über Restwert- und Batteriedaten bis hin zu internationalen Vermarktungswegen und den technologischen Grundlagen der Elektromobilität. „Das 19. VMF Branchenforum führt damit betriebswirtschaftliche, datenbasierte und technische Perspektiven zusammen“, so VMF-Vorsitzender Frank Hägele in seiner Begrüßung.

Erfolgskritisch: Remarketing gebrauchter BEV
Der Gebrauchtwagenmarkt für Elektrofahrzeuge tritt in eine neue Phase ein. Mit dem Hochlauf der vergangenen Jahre wächst die Zahl der Rückläufer aus Flotten und Leasingverträgen deutlich. Damit wird das Remarketing gebrauchter BEV vom operativen Nebenthema zum strategischen Steuerungsfeld. Das war ein Ergebnis der von Deloitte vorgestellten Studie „Vermarktung von gebrauchten BEV-Fahrzeugen – Chancen und Herausforderungen“. Dabei wirken mehrere Entwicklungen gleichzeitig. Neben den steigenden Rücklaufvolumina junger E-Fahrzeuge bleibt die Nachfrage sensibel – insbesondere wegen Unsicherheiten rund um Batterie, Wertstabilität und Nutzung. Hinzu kommen volatile Restwerte, neue Förderlogiken und regulatorische Eingriffe.

Besondere Bedeutung misst Deloitte dem Thema Vertrauen zu. Unsicherheit über den Wiederverkaufswert, Reparaturkosten, Ladeinfrastruktur oder Batteriequalität beeinflusst die Zahlungsbereitschaft der Käufer unmittelbar. Transparenz müsse deshalb Teil des Produkts werden – nicht nur Teil der Vermarktungskommunikation. Batterie-Garantie, Batteriezertifikate, SoH-Nachweise, Servicepakete und nachvollziehbare Zustandsbeschreibungen werden damit zu echten Vermarktungshebeln. „Wer gebrauchte BEV künftig erfolgreich vermarkten will, muss Vertrauen erzeugen, Restwerte steuern und Absatzmärkte und -Kanäle aktiv orchestrieren“, fasst Ingo Schmuckall von Deloitte zusammen.

Batterien sind robuster als vielfach angenommen
Daran knüpfte sich die Frage, wie sich der Restwert von Elektrofahrzeugen datenbasiert verbessern und präziser bewerten lässt. Markus Busch (Geotab) und Vivian Henke (Bosch) zeigten in ihrem gemeinsamen Vortrag, dass die Batterie dabei der entscheidende Hebel ist. Ihre Kernbotschaft: Die Unsicherheit über den tatsächlichen Batteriezustand ist noch immer eine der größten Hürden bei der Bewertung elektrischer Fahrzeuge. Zugleich deuten Daten von Geotab darauf hin, dass Batterien robuster sind als vielfach angenommen: Nach einer globalen Analyse von mehr als 22.700 Fahrzeugen liegt die durchschnittliche Degradation bei rund 2,3 Prozent pro Jahr; nach acht Jahren verbleiben demnach im Schnitt noch 81,6 Prozent der Kapazität. Außerdem wurden Faktoren wie Schnellladen, Klimaeinflüsse, Auslastung und Batteriezertifizierung als wertrelevante Größen herausgearbeitet. „Unsere Empfehlung: Den Batteriezustand bei Wiederverkauf zertifizieren lassen“, so Henke.

Wie stark Preisbildung und Restwerte aktuell unter Druck stehen, verdeutlichte der Vortrag von Martin Weiss, Leiter Fahrzeugbewertung von DAT, zur Entwicklung des Gebrauchtwagenmarktes und zum Einfluss von Förderprämien auf BEV. Staatliche Förderkulissen, angekündigte Programme und aggressive Herstellerangebote wirken direkt auf junge Gebrauchte zurück. Besonders relevant ist dabei, dass geförderte Neuwagen in einzelnen Fällen günstiger sein können als junge gebrauchte E-Fahrzeuge und damit neue Preiserwartungen im Markt setzen. Für das Remarketing bedeutet das: Restwerte müssen aktiver, schneller und taktischer gesteuert werden als im klassischen Verbrenner-Markt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Branchenforums war die Frage nach den richtigen Absatzpfaden. Einen praxisnahen Vermarktungsblick brachte Copart-Geschäftsführer Kai Siersleben mit seinen Kollegen in das Branchenforum ein. Er zeigte, dass internationales Remarketing für gebrauchte Elektrofahrzeuge zunehmend zu einem entscheidenden Werthebel wird und die wirtschaftliche Vermarktung nicht allein eine Preisfrage ist. Entscheidend ist vielmehr, wie konsequent Vermarktungsprozesse organisiert, internationale Käuferpotenziale erschlossen und Standzeiten reduziert werden.

Verschiedene Perspektiven sind der Schlüssel für die richtigen Lösungen
Mit dem 19. Branchenforum als Dialogplattform hat der VMF erneut seine Rolle als Impulsgeber für die markenunabhängige Mobilitätswirtschaft unterstrichen. In seiner Zusammenfassung betonte Frank Hägele: „Wir haben in Hamburg nicht nur hochkarätige Fachimpulse erlebt, sondern mit Shell auch einen Gastgeber, der die technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen des Mobilitätswandels unmittelbar erlebbar gemacht hat. Ich möchte allen Referentinnen und Referenten und unserem Gastgeber herzlich danken“. Gerade beim Thema Elektromobilität sei klar geworden, dass wirtschaftlicher Erfolg nicht allein von der Antriebswende abhängt, sondern von der Fähigkeit, neue Datenquellen, neue Bewertungslogiken und neue Vermarktungswege in tragfähige Geschäftsmodelle zu übersetzen.

VMF – Verband markenunabhängiger Mobilitäts- und Fuhrparkmanagementgesellschaften e. V. – ist Rat- und Impulsgeber im Mobilitätsmarkt heute und in Zukunft. Seit 1998 vereinen wir durch unsere Mitgliedsfirmen eine langjährige neutrale Erfahrung im Full-Service-Leasing und Fuhrparkmanagement und haben immer wieder neue Qualitätsstandards gesetzt. Unsere Mitglieder sind herstellerunabhängige Anbieter von Autoleasing sowie Mobilitäts- und Fuhrparkmanagement-Dienstleistungen wie z. B. Autovermietungen. Unsere Premiumpartner profitieren als Geschäftspartner branchennaher Service-Unternehmen vor allem durch unser starkes Business-Netzwerk.

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