Der BFW Landesverband Berlin/Brandenburg e. V. gratuliert den gewählten Parteien und fordert angesichts einer wahrscheinlichen künftigen Senatsführung durch Die Linke eine sachorientierte Wohnungspolitik. Der Verband der privaten Immobilienwirtschaft warnt die stärkste politische Kraft davor, die im Wahlkampf angedrohte Vergesellschaftung privater Wohnungsunternehmen gegen den erklärten Willen der Bevölkerung und auf Kosten des Wohnungsneubaus durchzusetzen.
Mit der angestrebten Regierungsführung der Linken rücken deren Pläne zur Enteignung großer Wohnungsunternehmen in den Mittelpunkt der Koalitionsverhandlungen. Der BFW verweist darauf, dass dieser Kurs nicht nur ökonomisch verhängnisvoll ist, sondern auch am erklärten Wunsch der Bürgerinnen und Bürger vorbeigeht. Laut aktuellem rbb BerlinTrend spricht sich mit 46 Prozent erstmals eine deutliche Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner gegen Vergesellschaftungen aus, während nur noch 37 Prozent diese befürworten. Eine Politik, die Enteignungen zur Bedingung für eine Regierungsbildung macht, ignoriert damit den realen gesellschaftlichen Konsens in der Hauptstadt.
Welche Schäden die anhaltende Unsicherheit schon heute anrichtet, belegt die Erhebung des BFW Landesverbandes unter seinen Mitgliedsunternehmen. Aufgrund der Enteignungsdebatte wurde der Bau von 3.480 geplanten Wohnungen gestoppt oder gar nicht erst projektiert. Zudem berichten 77 Prozent der Betriebe von erschwerten Finanzierungsbedingungen und Risikozuschlägen bei den Kreditinstituten. Statt bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, entzieht die Vergesellschaftungsdiskussion dem Standort Berlin das Vertrauen von Investorinnen, Investoren und Bauträgern.
„Die Berlinerinnen und Berliner haben eine klare Haltung: Eine deutliche Mehrheit lehnt Vergesellschaftungen ab und erwartet pragmatische Lösungen“, betont Michael Kranz, Vorstandsvorsitzender des BFW Landesverband Berlin/Brandenburg e. V. „Eine Senatsführung unter der Linken darf nicht gegen den Willen der eigenen Bevölkerung eine Ideologiedebatte erzwingen, die den Wohnungsbau lahmlegt und keine einzige neue Wohnung schafft. Wer Regierungsverantwortung übernimmt, muss die ökonomische Realität anerkennen und den Fokus auf beschleunigte Genehmigungen sowie verlässliche Rahmenbedingungen für den Neubau legen.“
Hintergrund:
Der BFW Landesverband Berlin/Brandenburg e. V. ist seit 70 Jahren der regionale Interessenverband der privaten und mittelständischen Immobilienwirtschaft. Die ca. 250 Mitgliedsunternehmen aus Bestandsverwaltung und Immobilienentwicklung zeichnen für rund die Hälfte aller Wohnungsneubauprojekte und die Verwaltung großer Wohnungsbestände in Berlin und Brandenburg verantwortlich. Sie sind damit Hauptantriebskraft für eine moderne und nachhaltige Stadtentwicklung. Der Verband tritt als gemeinsame Stimme gegenüber Politik und Gesellschaft auf, ist der Beratungs- und Expertenpool für Verbandsmitglieder und Treiber von Innovations- und Zukunftsthemen.
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