Psychotherapeut Dr. Marc Dressel untersucht in „Jenseits der Wahrheit“, warum wir die Welt so unterschiedlich wahrnehmen – und weshalb Verstehen wichtiger werden könnte als Gewinnen
Ingelheim am Rhein, 17.08.2026 – Wer hat recht? Diese Frage bestimmt politische Diskussionen, soziale Medien, private Konflikte und gesellschaftliche Debatten. Doch was, wenn die entscheidende Frage eine andere ist? In seinem neuen Sachbuch „Jenseits der Wahrheit – Sag mir nicht, was richtig oder falsch ist!“ untersucht der Psychologische Psychotherapeut und Klinische Neuropsychologe Dr. Marc Dressel, wie Menschen ihre persönlichen Wahrheiten entwickeln – und warum wir einander häufig erst dann wieder verstehen können, wenn wir aufhören, jede Auseinandersetzung gewinnen zu wollen. Das Buch erscheint am 17. August 2026 im Mentoren-Media-Verlag.
Ausgangspunkt des Buches sind die Erfahrungen der Coronapandemie. Dressel beobachtete, wie schnell wissenschaftliche Erkenntnisse, politische Entscheidungen, moralische Bewertungen und gesellschaftliche Zugehörigkeit miteinander verschmelzen können. Menschen, die zuvor miteinander gesprochen hatten, standen sich plötzlich in scheinbar unvereinbaren Lagern gegenüber.
Doch „Jenseits der Wahrheit“ ist kein Coronabuch. Die Pandemie dient vielmehr als Brennglas für eine größere Frage:
Wie entstehen eigentlich die Wahrheiten, von denen wir so überzeugt sind?
Wir sehen die Welt nicht, wie sie ist Menschen nehmen Wirklichkeit niemals vollkommen neutral wahr. Biografie, Beziehungen, Erfahrungen, Verletzungen, Ängste und Bedürfnisse beeinflussen, wie wir Situationen interpretieren und bewerten.
Aus Erfahrungen entstehen persönliche Narrative: Geschichten darüber, wer wir sind, wem wir vertrauen können, was gefährlich ist und wie die Welt funktioniert.
Zwei Menschen können deshalb dasselbe Ereignis erleben und dennoch zu vollkommen unterschiedlichen Schlussfolgerungen gelangen.
Dr. Marc Dressel überträgt eine zentrale Erfahrung aus mehr als 30 Jahren psychotherapeutischer Arbeit auf gesellschaftliche Konflikte: Wer verstehen möchte, warum ein Mensch denkt und handelt, wie er es tut, muss hinter seine Position schauen.
Welche Erfahrungen bringt er mit? Was hat ihn geprägt? Was versucht er zu schützen? Wovor hat er Angst? Und welches Bedürfnis verbirgt sich möglicherweise hinter seiner Haltung?
Verstehen bedeutet dabei nicht zustimmen.
Es bedeutet, den Menschen hinter seiner Meinung wieder sichtbar zu machen.
Wenn aus Erkenntnis Gewissheit wird. Einen Schwerpunkt des Buches bildet der gesellschaftliche Umgang mit Wissenschaft und Wahrheit.
Dressel richtet sich nicht gegen wissenschaftliche Erkenntnis. Im Gegenteil: Wissenschaft ist gerade deshalb ein so leistungsfähiges Instrument, weil sie von Hypothesen, Prüfung, Zweifel und Korrektur lebt.
Problematisch wird es für den Autor dort, wo wissenschaftliche Erkenntnisse mit gesellschaftlichen oder politischen Wertentscheidungen gleichgesetzt werden und der Eindruck entsteht, es gebe nur noch eine alternativlose Antwort.
„Jenseits der Wahrheit“ beschäftigt sich deshalb mit Szientismus, mit politischen Wahrheitsansprüchen und mit der Frage, wie Fakten, Werte, Interessen und gesellschaftliche Narrative voneinander unterschieden werden können.
Dressel plädiert nicht dafür, Fakten beliebig zu machen. Er fordert vielmehr einen bewussteren Umgang mit der Grenze zwischen dem, was wissenschaftlich festgestellt werden kann, und dem, was eine Gesellschaft auf Grundlage dieser Erkenntnisse entscheidet.
Was Polarisierung mit uns macht. Die Debatten der vergangenen Jahre zeigen für Dressel, wie schnell unterschiedliche Wahrnehmungen zu moralischen Urteilen über andere Menschen werden können.
Wer anders denkt, liegt dann nicht nur falsch. Er gilt schnell als unwissend, unmoralisch, gefährlich oder als Teil des falschen Lagers.
Diese Dynamik wird durch digitale Medien zusätzlich verstärkt. Social Media belohnt Geschwindigkeit, Zuspitzung und eindeutige Positionen. Komplexität hingegen benötigt Zeit.
„Jenseits der Wahrheit“ stellt deshalb die Frage, wie eine pluralistische Gesellschaft Unterschiede aushalten kann, ohne jede abweichende Perspektive unmittelbar als persönliches oder moralisches Versagen zu betrachten.
Für Dressel beginnt diese Fähigkeit mit etwas scheinbar Einfachem: wieder zuzuhören.
Nicht, um den anderen möglichst schnell zu widerlegen.
Sondern um zunächst zu verstehen, wie er zu seiner Sicht der Welt gelangt ist.
Wenn Algorithmen unsere Wirklichkeit mitgestalten. Die Frage nach Wahrheit bekommt durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz eine zusätzliche Dimension.
Algorithmen entscheiden längst mit darüber, welche Nachrichten, Meinungen, Produkte und Inhalte Menschen sehen. Digitale Systeme sammeln Daten, erkennen Muster und erstellen immer präzisere Modelle menschlichen Verhaltens.
Damit verbindet Dressel eine grundlegende Frage nach Identität und persönlicher Freiheit:
Wer bin ich in einer Welt, in der Systeme immer genauer berechnen können, was ich vermutlich denke, brauche und als Nächstes tun werde?
Diese Entwicklung reicht für ihn bis in die Gesundheitsversorgung. Digitalisierung und künstliche Intelligenz können Abläufe verbessern und Menschen unterstützen. Gleichzeitig warnt der Psychotherapeut davor, den Menschen auf messbare Daten, Diagnosen und Kategorien zu reduzieren.
Psychische Krisen, Beziehungen, individuelle Lebensgeschichten und menschliche Bedürfnisse lassen sich nicht vollständig berechnen.
Für Dressel wird deshalb gerade im digitalen Zeitalter die Fähigkeit wichtiger, sich nicht ausschließlich von äußeren Bewertungen und Kategorien definieren zu lassen.
Beziehung als Gegenentwurf zur Polarisierung. Bei aller Gesellschaftsanalyse führt „Jenseits der Wahrheit“ immer wieder zurück zur psychotherapeutischen Praxis.
Menschen verändern sich nicht allein dadurch, dass ihnen jemand erklärt, warum sie falschliegen. Veränderung entsteht häufig dort, wo sie sich gesehen, verstanden und sicher genug fühlen, die eigene Perspektive zu hinterfragen.
Beziehung wird damit zu einem zentralen Thema des Buches.
Dressel zeigt, warum menschliche Verbindung ein wichtiger Faktor für psychische Stabilität und Resilienz ist – und weshalb Zuhören, Bedürfnisse wahrnehmen, Grenzen setzen und Ambivalenzen aushalten nicht nur therapeutische Fähigkeiten sind.
Sie könnten auch Voraussetzungen für eine Gesellschaft sein, die trotz unterschiedlicher Überzeugungen miteinander im Gespräch bleibt.
Kein Buch für die nächste richtige Meinung. „Jenseits der Wahrheit“ liefert keine neue Ideologie und keine Anleitung dazu, welche politische oder gesellschaftliche Position die richtige ist.
Das Buch richtet sich vielmehr an Menschen, die verstehen möchten, warum unterschiedliche Menschen dieselbe Wirklichkeit unterschiedlich beurteilen, wie persönliche und gesellschaftliche Narrative entstehen und weshalb Wahrheitsansprüche so viel Macht entfalten können.
Es verbindet Psychotherapie mit Gesellschaftsanalyse, Biografie mit politischen und kulturellen Narrativen, die Aufarbeitung der Coronajahre mit Fragen zu Wissenschaft und Szientismus sowie Digitalisierung und künstliche Intelligenz mit der Suche nach dem eigenen Ich.
Damit richtet sich das Buch ebenso an ein breites gesellschaftlich und psychologisch interessiertes Publikum wie an Menschen, die beruflich mit anderen Menschen arbeiten – etwa Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Coaches, Pädagoginnen und Pädagogen, Ärztinnen und Ärzte, Seelsorgende oder Führungskräfte.
Am Ende verspricht Dressel seinen Leserinnen und Lesern nicht unbedingt mehr Antworten.
Aber vielleicht bessere Fragen.
Und eine davon steht über dem gesamten Buch:
Wer bin ich – jenseits dessen, was andere, gesellschaftliche Narrative oder Algorithmen über mich sagen?
Über den Autor
Dr. Marc Dressel ist Psychologischer Psychotherapeut und Klinischer Neuropsychologe. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet er in Klinik und Rehabilitation. Seit 2008 führt er eine eigene psychotherapeutische Praxis in Freiburg und ist für die Psychotherapie von Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen zugelassen.
Seine therapeutische Arbeit hat seinen Blick darauf geprägt, wie stark Biografie, Beziehungen und persönliche Narrative beeinflussen, wie Menschen sich selbst, andere und die Wirklichkeit wahrnehmen.
Die Erfahrungen während der Coronapandemie gaben ihm schließlich den Anstoß, diese psychotherapeutische Perspektive auf größere gesellschaftliche Fragen zu übertragen.
Mit „Jenseits der Wahrheit“ beschäftigt sich Dressel deshalb mit persönlicher Wahrnehmung und Beziehung ebenso wie mit Wissenschaft und Szientismus, gesellschaftlichen Narrativen, politischen Wahrheitsansprüchen, Digitalisierung und künstlicher Intelligenz.
Dabei führt seine Argumentation immer wieder zu einem Grundgedanken: Der Mensch lässt sich nicht vollständig durch Daten, Diagnosen, Meinungen oder Kategorien erklären.
Bibliografische Angaben
Dr. Marc Dressel: „Jenseits der Wahrheit Sag mir nicht, was richtig oder falsch ist!“
Mentoren-Media-Verlag
Erscheinungstermin: 17. August 2026
Hardcover, 398 Seiten
29,00 Euro
ISBN 978-3-98641-311-8
Die 2021 gegründete Mentoren-Media-Verlags-Gruppe in Ingelheim publiziert Bücher, die Menschen befähigen, die Welt positiv zu gestalten. Die Verleger glauben an das Potenzial jedes Einzelnen – ob Unternehmer, Kreative, Wissenshungrige oder Kinder – und begleiten sie mit Büchern, die Mut machen, Horizonte erweitern und nachhaltige Impulse setzen. Mit den Imprints des Verlagshauses werden unternehmerisches Denken und gesellschaftliches Bewusstsein gefördert. Dazu gehören kulturelle Tiefe, ästhetisches Empfinden, kindliche Vorstellungskraft und genussvolle Entdeckungsfreude – für eine freie, demokratische, mündige, gesunde und vielfältige Gesellschaft.
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